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Kultivierung von Autoflowering-Cannabis

Verfasst: 4:33 pm Fr Feb 06, 2026
von Xcited
Was ist selbstblühendes (Autoflowering) Cannabis?

Der wesentliche Unterschied zwischen Autoflowering-Sorten und klassischen, photoperiodischen Cannabispflanzen liegt in der Steuerung der Blütephase. Während photoperiodische Pflanzen eine gezielte Reduktion der Lichtstunden benötigen, um die Blüte einzuleiten, beginnt dieser Prozess bei Autoflowering-Pflanzen unabhängig vom Lichtzyklus.

Dieser genetische Vorteil basiert auf der Einkreuzung von Cannabis Ruderalis. Diese Unterart stammt aus Regionen wie Sibirien und hat sich an kurze Sommer mit extremen Lichtverhältnissen angepasst. Durch die Hybridisierung mit Sativa- und Indica-Genetiken entstehen Pflanzen, die:

  • Zeitgesteuert blühen: Die "biologische Uhr" bestimmt den Blütezeitpunkt, nicht der Lichtrhythmus.
  • Widerstandsfähig sind: Sie besitzen die Robustheit der Ruderalis-Genetik.
  • Hohe Qualität liefern: Moderne Hybride bieten Potenz und Erträge, die photoperiodischen Sorten kaum noch nachstehen.


Strategien für den optimalen Lichtzyklus

Obwohl Autoflowers keine Lichtumstellung benötigen, hat die Beleuchtungsdauer massiven Einfluss auf das Wachstum und das Endergebnis.

1. Der 24/0-Zyklus (Maximale Energie)

Konzept: Die Pflanzen erhalten permanent 24 Stunden Licht.

Vorteile: Maximierung des vegetativen Wachstums und potenziell höhere Biomasse. Vereinfachte Handhabung, da keine Zeitschaltuhr benötigt wird.

Nachteile: Hohe Energiekosten und eine erhöhte Belastung für die Pflanzen, da keine Dunkelphase zur Regeneration zur Verfügung steht.

2. Der 18/6-Zyklus (Der Goldstandard)

Konzept: 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit.

Vorteile: Gilt als effizientester Kompromiss. Die 6-stündige Ruhephase ermöglicht der Pflanze die Zellregeneration und reduziert Stress. Dies führt meist zu gesünderen Pflanzen und spart im Vergleich zum 24/0-Modell deutlich Stromkosten.

Empfehlung: Ideal für die meisten Heimanbauer, um Vitalität und Ertrag zu maximieren.

3. Der 12/12-Zyklus (Energieeffizienz & Mischkultur)

Konzept: 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit.

Vorteile: Minimierung der Betriebskosten und Reduktion der Wärmeentwicklung (ideal für den Anbau in heißen Regionen). Ermöglicht zudem die gleichzeitige Kultivierung von Autoflowers und photoperiodischen Pflanzen im selben Raum.

Nachteile: Da die Pflanze weniger Lichtenergie für die Photosynthese erhält, fallen die Knospen in der Regel kleiner und die Erträge geringer aus.


Die Relevanz des Lichtspektrums

Neben der Dauer ist die Qualität des Lichts (Wellenlänge) entscheidend für die Optimierung der verschiedenen Lebensphasen:
Phase Lichtspektrum Effekt
Vegetation Blaues Licht Fördert einen kompakten, kräftigen Wuchs und kann die Cannabinoid-Konzentration steigern.
Blüte Rotes Licht Simuliert den tiefen Sonnenstand des Spätsommers und fördert die Streckung sowie die Blütenentwicklung.
Fazit: Flexibilität als Schlüssel zum Erfolg

Autoflowering-Cannabis bietet eine effiziente und unkomplizierte Möglichkeit, hochwertige Ernten zu erzielen. Während die Wahl des Lichtzyklus oft eine individuelle Entscheidung basierend auf Budget und Setup ist, bleibt die Qualität der Genetik das wichtigste Fundament.

Die Beleuchtung ist ein Stellhebel, den jeder Grower durch Erfahrungswerte an seine spezifische Umgebung anpassen sollte. Dank moderner Züchtungen ist es heute einfacher denn je, mit Autoflowers beeindruckende Ergebnisse zu erzielen – unabhängig davon, wie viel Zeit man in die Lichtsteuerung investiert.